Gold-Boom: So ermitteln Sie den fairen Preis für ihre Stücke

13. April 2010, 17:14 Uhr
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Goldhändler schießen wie Pilze aus dem Boden: In TV und Internet wird massiv mit dem Ankauf von Gold und Schmuck geworben. Verbrauchern winkt schnelles Bargeld – nicht immer aber sind die Konditionen fair. Wer zu guten Preisen verkaufen will, sollte wissen, wie sich ein angemessener Preis errechnet.

Der Grund für die wachsende Präsenz der Goldhändler liegt auf der Hand: Der Preis des Edelmetalls ist in den vergangenen Monaten abermals auf Rekordhöhen geklettert. Grund ist unter anderem die Finanzkrise und die mit ihr einhergehende Angst vieler Anleger von Inflation und Währungsreform. Eine Feinunze Gold kostete in der Spitze jüngst 860 Euro und damit so viel wie nie.
Wer beim Goldhändler mit gutem Gewissen einen Preis für seine Gold- und Schmuckstücke erzielen möchte, muss wissen, was eine Feinunze ist. Bei einer Feinunze handelt es sich nicht etwa um eine Münze, sondern um eine Gewichtseinheit. Eine Feinunze entspricht dabei 31,103 Gramm Gold.
Goldmünzen sind mit unterschiedlichen Goldgehalten erhältlich. Von 1/20 Feinunze pro Münze bis zu mehreren Unzen ist alles erhältlich. Handelt es sich bei dem Gold in der Münze im solches mit höchstem Feinheitsgrad (999/1000), wiegt eine Münze mit einer Feinunze Gold 31,103 Gramm. Bei geringerer Feinheit ist das Gewicht höher.
Das wichtigste beim Verkauf von Gold an einen Händler ist der Preis pro Gramm. Dieser ändert sich stündlich, weil Gold am Weltmarkt fortlaufend gehandelt wird. Der Handel findet in US-Dollar statt, so dass neben dem Preis für Gold auch der EUR/USD-Wechselkurs von Bedeutung ist. Beide Komponenten müssen bei der Suche nach einem fairen Preis berücksichtigt werden.
Ein Beispiel: Kostet eine Feinunze Gold 1150 US-Dollar und notiert der EUR/USD-Wechselkurs zum gleichen Zeitpunkt bei 1,36 (das bedeutet, dass für einen Euro 1,36 Dollar gezahlt werden), errechnet sich der Preis für ein Gramm Gold in Euro wie folgt: 1150 geteilt durch 1,36 ergibt den Kurs einer Feinunze in Euro (845 Euro). Wird dies wiederum durch das Gewicht einer Unze geteilt, ergibt sich ein Gramm-Preis von rund 27 Euro.
Dieser Preis ist der Rohpreis und beim Verkauf an den Händler nicht zu erzielen. Der Händler muss verschiedene Kosten decken, die vom Preis abzuziehen sind. Dazu zählen etwa das Abscheiden des Goldes von anderen Materialien, das Einschmelzen des Goldes sowie betriebliche Umlagen für Büro, Verkaufsraum etc. Pro Gramm können deshalb etwa 4 Euro vom Marktwert abgezogen werden.
Bietet ein Händler deutlich weniger als den auf diese Weise ermittelten Wert, sollten Verbraucher besser ein anderes Angebot einholen.


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